am 16.01.2019

Ein aufwändiger Rückbau steht bevor

3D-Model Oberstdorf Therme

Kurzer Einblick in die einzelnen Phasen des Rückbaus - von der Bausubstanzuntersuchung über die Ausschreibung zum Ablauf des Rückbaus.

Die Planungen für den selektiven und verwertungsorientierten Rückbau der Oberstdorf Therme haben mit der Schließung der Therme im August 2018 bereits begonnen. Aufgrund der Vornutzung des Gebäudes und des Baujahres waren in der Bausubstanz Schad- und Störstoffe zu erwarten, die bei einem Rückbau von abfallrechtlicher, arbeitssicherheitstechnischer oder kostenrelevanter Bedeutung sind. Dies betrifft im Wesentlichen den Altbau aus dem Jahr 1971. Aber auch beim Anbau Süd (Saunabereich, Außensaunen und Außenbecken), der 1997 hinzukam und dem Anbau Ost (Attraktionsbecken, Kinder- und Familienbereich sowie Wintergarten) aus dem Jahr 1999, konnte schadstoffhaltiges Dämmmaterial nicht ausgeschlossen werden.

Für den Rückbau der Therme war daher eine Bausubstanzuntersuchung notwendig, welche von einem regionalen Fachunternehmen mit Spezialgebiet Altlasten, Gebäudeschadstoffe und Bodenschutz durchgeführt wurde. Das resultierende, ausführliche Gutachten daraus liegt aktuell der öffentlichen Ausschreibung für den Rückbau bei. Neben einer umfangreichen Sichtprüfung wurden dafür insgesamt 28 Bohrkerne aus Boden und Wänden entnommen und im Labor untersucht.

Das Ergebnis der Bausubstanzuntersuchung hat dabei erste Vermutungen bestätigt und, für einen Bau aus dem Jahr 1971 zu erwarten, Schadstoffe im üblichen Umfang identifiziert. Der mehrfach festgestellte, baufällige Zustand diverser Gebäude- und Technikteile wurde abermals bestätigt.

Der Umfang des komplexen Gebäudes sowie der ökologisch verträgliche Rückbau geben damit auch monetäre und zeitliche Maßgaben vor. Nach der Entkernung des Gebäudes erfolgt demzufolge zunächst die fachgerechte Trennung von diversen Materialchargen mit anschließendem Recycling und Entsorgung. Die behördlichen Auflagen sind hier entsprechend hoch angesetzt. Im Anschluss daran erfolgt die vollständige Entkernung sowie der maschinelle Rückbau, mit dem Ziel, hochwertiges Recyclingmaterial in Form von Beton- und Ziegelbruch zu produzieren, das einer Verwertung zugeführt werden kann. Weitere, aufwändige Phasen des Rückbaus sind u.a.:

  • Restentleerung, Reinigung, Stilllegung, Ausbau und Entsorgung von Tanks (u.a. 2 x Heizöltanks à 50.000 m³ und 2 x Gastanks à 100.000 m³)
  • Entfernung und Entsorgung von Heizungs- und Lüftungsanlagen, Wasser- und Elektroinstallation, Schwimmbad- und Saunatechnik
  • Entfernung aller Einbauten aus Holz und Metall, d.h. nicht mineralische Bestandteile (Entkernung)
  • Sicherstellung der Statik von Wänden und Decken im Bereich des Blockheizkraftwerks (BHKW) und Fernwärmeanlage, die in den Neubau integriert werden soll und somit erhalten werden muss
  • Teilrückbau des Schornsteins, welcher für das BHKW benötigt wird
  • Maschineller Rückbau der Gebäudesubstanz, Trennung der verschiedenen verwertbaren Materialchargen (Ziegel, Beton, Estrich, Metallträger)

Auf Basis des geschätzten Auftragswertes der Gesamtleistung sind wir als kommunaler Auftragsgeber verpflichtet, die Bauleistungen für den Rückbau öffentlich auszuschreiben. Aktuell haben einige Rückbauunternehmen bereits ihr Interesse bekundet und an einer verpflichtenden Besichtigung des Gebäudes teilgenommen.